Junge hyperbolische Literatur? Eine Überlegung im Anschluss an den Text von Daniel Heitzler im Bachmann-Wettbewerb 2019

Es ist bemerkenswert, dass mit Daniel Heitzler ein Autor am Bachmann-Wettbewerb teilnahm, der noch nie zuvor etwas veröffentlich hatte. Allerdings ist das eben nicht bemerkenswert, weil das in den vorherigen Jahren nie vorgekommen wäre, sondern weil es so exakt zum Selbstanspruch des Autors in seinem Videoporträt und dem Anspruch seines Textes passt (zu Videoporträt, Text und Jurydiskussion hier entlang). Heitzler ist der jüngste teilnehmende Autor, laut eigener Aussage war ihm der Wettbewerb noch vor einiger Zeit eigentlich „größtenteils unbekannt“, er hat noch nichts veröffentlicht und wo andere Autor/innen in Grübeln und Skrupel verfallen würden, macht er einfach. Und genau so ist sein Text: Das ist kein Text, der zu Understatement oder vorsichtigem Abwägen neigt. Da wurde jedes Wort lieber einmal mehr aufgeblasen als dass bescheiden Relativierungen und Brechungen eingebaut worden wären. Da wurden lieber noch ein paar mehr ungewöhnliche Adjektive und Formulierungsschleifen eingebaut, als dass Heitzler der alten Forderung, dass man Adjektive und (vermeintlich) Überflüssiges immer streichen müsse, gefolgt wäre (der beispielsweise Tom Kummer im Wettbewerb und in seinem Schreiben folgt).

Hellhörig kann man dann werden, wenn Daniel Heitzler in seinem Videoporträt sagt: „Es ist mir ein persönliches Anliegen und ich finde es auch superinteressant, sich auch wieder mehr zu trauen, auch vielleicht von sich selbst mehr zu erwarten als man leisten kann, auch sprachlich. Ja, ich finde es einfach nur ein bisschen schade, dass zum Beispiele gerade die deutsche Literatur, dass die in letzter Zeit irgendwie mehr auf ner Art ironischer Stimmung basiert als auf wirklichem Spaß an der Sprache und an Konstruktionen und an waghalsigen Ideen.“ Das sagt Heitzler, und wirkt dabei lustigerweise bemerkenswert bescheiden. Und es ist deswegen spannend, dass er seinen Schreibstil so verortet und diese Diagnose der deutschen Gegenwartsliteratur gegenüber formuliert, weil diese Position in den letzten ein bis zwei Jahren ja schon vertreten wurde, und zwar bekanntlich prominent von dem Berliner Literaturkollektiv „Rich Kids of Literature“, vor allem in dem Manifest „Ultraromantik“ des zugehörigen Autors Leonhard Hieronymi, und auf der anderen Seite und in ganz anderer Form von Simon Strauß.

Was die Texte von Heitzler, Hieronymi und Strauß tatsächlich verbindet, ist der Mut zum Pathos, zum Überbordenden, zur großen Geste, zum großen Anspruch, dazu, ab und zu völlig over the top zu sein. Hier wird nicht jedes Wort, jeder Gedanke, jeder Satz bis ins letzte vorsichtig abgewogen, hier geht es um einen Gefühlsausdruck, um eine Geste, um eine Wirkung. Um Texte ohne jedes Understatement und ohne irgendein Sicherheitsnetz gegenüber dem Vorwurf, überzogen zu sein. Was die Texte dieser Autoren verbindet ist zudem die Reaktion, die ihnen dafür entgegengebracht wird: Häufig wissen weder die Literaturkritiker noch die Leser/innen im Internet so ganz genau, ob das jetzt ernst gemeint ist oder Ironie sein soll, die Texte sorgen für Irritation. Bei Strauß‘ letztem Buch „Römische Tage“ kam Iris Radisch zu dem Schluss, es sei doch etwas viel Festtagsrhetorik, so wirklich ernst kann sie die Emphase wohl nicht nehmen. Ähnliche Reaktionen wurden dem Text von Heitzler im Rahmen des Bachmann-Wettbewerbs entgegen gebracht, insbesondere im Netz, ähnliche Reaktionen wurden Hieronymi für seine „Ultraromantik“ entgegen gebracht: Die verwunderte Frage, ob der das ernst meine, was er da schreibt, ob man das ernst nehmen müsse oder ob das Ironie sei. Immer wieder liest man auch Einwände wie: Das ist hohl, leer, abgenutzt, Kitsch, das sind Worte und Ansprüche, die zu groß sind, in ihrer Absolutheit nicht mehr passen. Gemeinsam ist den Texten aller drei Autoren auch das Überschreiten der Grenze zwischen U und E – die Texte sollen Spaß machen, lustig sein oder ergreifen oder etwas ganz anderes, auf jeden Fall wollen sie erst affektiv und nicht erst philologisch-intellektuell erfasst werden. Die Lesenden sollen erst mal etwas empfinden, nicht mit dem Bleistift Notizen am Rand machen und alles entschlüsseln (das können sie auch, aber es nicht der einzige und unmittelbar zuerst naheliegende Zugang zum Text). Es geht nicht um das ausgeklügelte literarische Konstrukt, um Literatur mit ganz, ganz großem L (übrigens auch bei Strauß nicht). Das, was beispielsweise der Text von Katharina Schultens im Bachmann-Wettbewerb 2019 wollte, eine Verbindung von U und E, von Hochliteratur und Phantastik, die konsequent durchgeformte Hochliteratur nahe der Lyrik ist, das wollen diese Texte gar nicht.

Ein Unterschied zwischen Hieronymi und Heitzler einerseits und Strauß andererseits ist, wie konsequent die Absage an die Ironie gemeint ist – Strauß meint das ernst, Hieronymi und Heitzler meinen auch das noch ironisch. Und wo Strauß vor allem Versatzstücke der Hochkultur mit Emphase verbindet, um daraus Gefühlsappelle an die Leser/innen zu formen, verbinden Hieronymi und Hietzler Genre, bisweilen Trash und kanonisierte Literatur, vermutlich mit einem weniger programmatischen inhaltlichen Ziel als Strauß (Europa, Bezug zum Historischen, Aufwertung von Gefühl und Imagination), sondern eher vielleicht aus Spaß an Anarchie. Beides bildet so auf seine Weise einen Hybrid aus U und E.

Hier entsteht schon etwas Neues, womit man vermutlich rechnen sollte. Tatsächlich ist der Text von Daniel Heitzler im Wettbewerb völlig anders als der von Yannic Han Biao Federer, der Gegenwart und Gefühle (es geht im Text um Trennung) in genau der ironischen Brüchigkeit, in dem Understatement erzählt, von der Heitzler sich abwenden will. Das, was da entsteht, irritiert deswegen so, weil es in der Ballung und in dem Selbstbewusstsein lange nicht da war, vielleicht seit dem Expressionismus nicht mehr: Große Geste, großes Pathos, große Ansprüche, große Formulierungen. Man muss sich davon nicht angesprochen fühlen und kann befremdet davor stehen. Man kann an der Postmoderne hängen und das entsprechend oder ganz grundsätzlich unangebracht finden, welcher Absolutheitsanspruch hier aufgerufen wird, kann die Frage stellen, ob das nicht stärker durchdacht sein müsste, nicht doch hier und da vorsichtiger. Ob nicht das Leise, Kleine, Gewöhnliche auch einen Wert und eine Größe hat. Diese Fragen stelle ich zumindest (das ist den Leser/innen, die frühere Texte von mir zu ein paar der genannten Autoren gelesen haben, vermutlich bekannt; Edit 1.7.2019: Es sei aber noch angemerkt, dass „Römische Tage“ von Strauß in vielem leiser und vorsichtiger ist als der Vorgänger „Sieben Nächte“). Aber man wird das, was da entsteht, ernst nehmen müssen. Denn zum einen entsprechen auch diese Texte einem Bedürfnis, das offensichtlich da ist. Und vielleicht ist das ein Ansatz einer Literatur, die sich von postmoderner Theorie abwendet, und die jetzt wohl langsam entstehen wird, weil sie wohl langsam entstehen muss, weil es ja immer irgendeine Entwicklung geben muss.

Vielleicht täusche ich mich da aber auch.

(Beitragsbild von Christian Joudrey auf Unsplash)

Zur Kritik des normierten Lesens II: Einige Ergänzungen

Vor knapp zwei Jahren schrieb ich aus einer aktuellen Diskussion auf social media heraus den Text „Zur Kritik des normierten Lesens“ (zu finden hier oder auf 54books, wo er zuerst erschien), der sich mit der Abwertung bestimmter Lektürepraktiken eines eher genuss- und kompensationsorientierten, häufig als „weiblich“ kodierten Lesens beschäftigt hat. Dieser Text ist deutlich öfter gelesen worden, als ich das erwartet hatte, verlor damit seinen ursprünglichen Diskussionskontext und war schon damals eigentlich ergänzungsbedürftig und zu pauschal für diese vom Anlass losgelöste Rezeption, weil er so tut, als gäbe es milieubedingtes, habituelles Lesen nur in der Oberschicht und als gäbe es Dünkel gegenüber andere Lektürepraktiken nur „von oben“. Daher nun ein ergänzendes, vielleicht etwas differenzierteres Nachdenken über die Lesegewohnheiten und Schichtzugehörigkeit, über Distinktion und Kommunikation, ausgehend von einigen längeren Zitaten aus Jost Schneiders „Sozialgeschichte des Lesens“ von 2004. Auch dieser Text wird natürlich schon ergänzungsbedürftig sein, wenn er online geht, und das ist doch schön, vielleicht schreibe ich dann irgendwann noch Teil III und so geht das dann ewig weiter.

Denn natürlich ist jede Lektürepraxis habituell und milieubedingt, damit auch in gewisser Weise normiert, auch die der Mittel- und Unterschicht, und natürlich lehnen Vertreter/innen dieser Milieus die Lektürepraxis oberer Milieus genauso ab, es gibt also auch Dünkel „von unten“. Dabei ist sich eigentlich niemand der Milieubedingtheit der eigenen Lesegewohnheiten so richtig bewusst, erkennt sehr deutlich die Fehler der anderen Milieus, nie aber die eigenen – man selbst ist sich immer sicher, für „alle“ sprechen zu können, beurteilen zu können, was „alle“ lesen wollen, objektive, allgemeingültige Urteile fällen zu können. Einen verzerrten Blick auf die Realität haben immer nur die anderen.

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Maya Angelou – Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt

Angelou Ich weiss warumIn ihrer autobiografischen Erzählung, die erstmals 1969 erschienen ist und von der Kindheit Angelous in den 1930er und 1940er Jahren im Süden Amerikas sowie in St. Louis und San Francisco erzählt, gewährt die Autorin Einblick in das Aufwachsen mit Segregation und Rassismus, mit Angst und Armut, mit der Herabwürdigung von Frauen durch Männer, mit instabilen Familienverhältnissen und dem ständigen Ringen um Stolz, Stabilität, Selbstbewusstsein und so etwas wie Normalität. Die junge Erzählerin muss schon früh erwachsen werden und die Religion, die ihrer Großmutter noch Sinn und Orientierung geben konnte, stellt für sie eher rituelle Sicherheit als einen wirklichen Schutzschild dar. Einen solchen Schutzschild findet sie aber in der Bildung: in Büchern, Wissen und Haltung – und schließlich auch in der eigenen Familie. Erschwert wird der Weg dahin dadurch, dass ihr permanent gespiegelt wird, unzulänglich zu sein, weil sie schwarz ist, weil sie eine Frau ist, aber eben aus ihrer Perspektive wie der ihrer Umwelt wohl weder schön noch weiblich, was ihren Status in den 1940er Jahren mit seinen festen Rollenbildern deutlich schaden konnte. Weiterlesen

Isolde Charim: Ich und die Anderen. Wie die neue Pluralisierung uns alle verändert

In einem, wie immer selbstverständlich augenöffnenden und brillanten, Artikel der Vice über den „neuen deutschen Standard“, in dem vier „Millennials“ erklären, was „deutsch sein in der heutigen Zeit für sie bedeutet“, kann man drollige Dinge lesen. Vor allem kann man lesen, dass man Pluralisierung und Standardisierung offensichtlich irgendwie so einfach zusammendenken kann. Vor allem dann, wenn der Artikel eigentlich Teil einer Werbekampagne für Opel ist, man also hier mustergültig sehen kann, wie es neoliberalem Kapitalismus gelingt, irgendwie alles zu schlucken, egal wie gegensätzlich es ist – Nation, Standard, Pluralität, Nichtstandardisierung –, wenn es nur dazu dient, irgendeine möglichst viele ansprechende Ästhetik zu erzeugen, die verkaufsfördernd sein könnte, also wenn man nur am Ende eben ein Preisschild draufkleben kann.

Aber geht das so einfach: Pluralität und „neuer deutscher Standard“ gleichzeitig? Jein, würde Isolde Charim vielleicht sagen: Pluralität als Standard im Sinne einer Grundvoraussetzung ja, aber das ist dann eben nicht das, was „deutsch sein“ bedeutet, zumindest nicht im Sinne einer Identität. Sondern das ist dann das, was „in einer pluralen Gesellschaft leben“ bedeutet.

charim ich und die anderenIn ihrem Essay „Ich und die Anderen“ geht die österreichische Philosophin und Publizistin Isolde Charim richtigerweise von Pluralismus als gesellschaftlichem Faktum aus: Pluralisierung lässt sich nicht wegwünschen oder wegschimpfen, sie ist längst geschehen und vollzieht sich weiter. Volle Identitäten und klare Zugehörigkeiten sind nicht mehr zu haben, für keinen, denn Pluralisierung verändert alle wechselseitig. Jeder muss heute damit leben, dass seine Identität, seine Lebensweise gleichberechtigt neben anderen steht und stehen können muss. Mit einem kulturwissenschaftlichen Zugriff verabschiedet Charim die Fiktion einer homogenen Gesellschaft und führt vor Augen, wie eine solche, aller Fiktionen entkleideten, demokratische Gesellschaft funktionieren könnte: Indem jeder auf eine volle Identität, die als allgemeingültig gesetzt werden könnte, verzichtet. Weiterlesen

Ein Weihnachtsmärchen für die plurale Gesellschaft? Stephen King – Erhebung (feat. Isolde Charim: Ich und die Anderen; René Girard: Das Heilige und die Gewalt; und ein bisschen Charles Dickens)

„Wir leben in einer pluralisierten Gesellschaft. Das ist nicht nur ein relativ neues Faktum. Das ist auch ein unhintergehbares Faktum: Es gibt keinen Weg zurück in eine nicht-pluralisierte, in eine homogene Gesellschaft. Das ist eine einfache Feststellung. Nicht ganz so einfach ist die Klärung der Frage, was das genau bedeutet: Was ist eine pluralisierte Gesellschaft? Welche Auswirkungen hat das für jeden von uns? Oder anders gefragt: Was heißt es eigentlich, in einer solchen Gesellschaft zu leben?“

(Charim: Ich und die Anderen, S. 11)

 

charim ich und die anderenMit diesen Fragen eröffnet Isolde Charim ihren 2018 erschienenen, bedenkenswerten Essay „Ich und die Anderen. Wie die neue Pluralisierung uns alle verändert“. Es sind drängende Fragen des Zusammenlebens in einer Gesellschaft, die in viele Gruppen zu zerfallen scheint, in der ein kollektives „Wir“ zu fehlen scheint, die nicht nur Charim beschäftigen: Auch Tristan Garcia beschäftigt sich in „Wir“ mit ähnlichen Themen, genauso und mit ganz anderem Ansatz Leander Scholz in „Zusammenleben“. Und: Sie beschäftigen auch Stephen King in seiner sehr kurzen neuen Erzählung „Erhebung“.

Diese Erzählung, die gewissermaßen eine Fortsetzung zu „Gwendys Wunschkasten“ ist, ist erneut in der Kleinstadt Castle Rock verortet, und diese Kleinstadt ist gespalten: Explizit zur Zeit der Präsidentschaft Trumps bewegt sich der Protagonist Scott durch eine kirchlich und republikanisch geprägte Kleinstadt, die nicht nur mit einer progressiven Minderheit, sondern jetzt explizit auch mit einem homosexuellen Ehepaar, zwei Frauen, konfrontiert wird, die ein vegetarisches Restaurant eröffnet haben. Die beiden Frauen werden ausgegrenzt, wie sie denken auch von Scott. Und Scott verliert jeden Tag an Gewicht – und bemüht sich darum, ein besseres Verhältnis zu seinen beiden Nachbarinnen Deirdre und Missy, eben diesem Ehepaar, aufzubauen, was sich als gar nicht so einfach erweist. Weiterlesen

Kathleen Collins – Nur einmal. Storys

„For women, then, poetry is not a luxury. It is a vital necessity of our existence. It forms the quality of the light within which we predicate our hopes and dreams toward survival and change, first made into language, then into idea, then into more tangible action. Poetry is not only dream and vision; it is the skeleton architecture of our lives. It lays the foundations for a future of change, a bridge across our fears of what has never been before.“

So bestimmte Audre Lorde in ihrem beeindruckenden[1] Essay „Poetry Is Not a Luxury“ (aus: „Sister Outsider“) das, was Literatur zu leisten vermag: Als Ort sprachgewordener, verdichteter Erfahrung ermöglicht sie die Verbindung mit dem Fühlen anderer, da alles bereits erlebt und gefühlt worden sei, ermöglicht sie neuen Mut, neues Fühlen, neue Kraft, aus denen Handeln und also Veränderung erwachsen können. Literatur als Ort, an dem individuelle Erfahrungen sich verbinden können, da sie sagbar und mitteilbar und fühlbar geworden sind, ist der Ort, aus dem heraus Zukunft entstehen kann.

collins nur einmal

Kathleen Collins, deren Storys 18 Jahre nach ihrem Tod im Jahr 2016 neu entdeckt und zunächst im englischen Sprachraum unter dem Titel „What Happend to Interracial Love?“, jetzt auch in der deutschen Übersetzung von Brigitte Jakobeit und Volker Oldenburg unter dem Titel „Nur einmal“ erschienen sind, war wie Audre Lorde Künstlerin und Bügerrechtsaktivisin. Lorde, Schriftstellerin, 1937 geboren und 1992 an den Folgen von Brustkrebs verstorben, und Collins, Filmproduzentin und Autorin, 1942 geboren und 1988 an den Folgen von Brustkrebs verstorben, waren Zeitgenossinnen, die beide in derselben, für das Verhältnis zwischen People of Color und Weißen von Umbrüchen gekennzeichneten Zeit ähnliche Hoffnungen, Enttäuschungen und Formen der Diskriminierung erlebt haben dürften. Nicht nur deswegen lesen sich Collins‘ neu entdeckte Storys wie Beispiele einer Literatur, wie Lorde sie beschreibt. Weiterlesen

Das „Jahr der Autorinnen“, seine Deutung und eine Rückfrage

Bemerkenswert viele der großen Literaturpreise sind dieses Jahr an Autorinnen vergeben worden, stellte Dirk Knipphals am 8.12. in der TAZ fest. „Was ist da geschehen?“, fragte er sich, und leider versuchte er dann, diese Frage auch noch zu beantworten, was vielleicht besser unterblieben wäre.

Knipphals resümiert zutreffend, dass den Preis der Leipziger Buchmesse dieses Jahr Esther Kinsky für „Hain“, den Deutschen Buchpreis Inger-Maria Mahlke für „Archipel“, den Büchnerpreis Terézia Mora, den Wilhelm-Raabe-Preis Judith Schalansky für „Verzeichnis einiger Verluste“, den Bachmannpreis Tanja Maljartschuk erhalten habe. Das trifft zu, ja. Später wird noch erwähnt, dass Lucy Fricke den Bayerischen Buchpreis für „Töchter“ erhalten habe. Andere Preise könnte man ergänzen: Der aspekte-Preis beispielsweise ging an Bettina Wilperts Debüt „nichts, was uns passiert“. Weiterlesen