Timo Feldhaus – Mary Shelleys Zimmer

In seinem unterhaltsam zu lesenden Sachbuch über die Zeit rund um das Jahr 1816 wirft Timo Feldhaus einen unserem heutigen Klimabewusstsein geschuldeten und damit doch neuen Blick auf die beschriebene Zeit: Er setzt an beim Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien im Jahr 1815. Diese heftige Eruption warf so viel Material so weit aus, dass … Mehr Timo Feldhaus – Mary Shelleys Zimmer

Katerina Poladjan – Zukunftsmusik

„GraduallyWe became awareOf a hum in the roomAn electrical hum in the roomIt went mmmmmm We followed it fromCorner to cornerWe pressed our earsAgainst the wallsWe crossed diagonalsAnd put our hands on the floorIt went mmmmmm Sometimes it wasA murmurSometimes it wasA pulseSometimes it seemedTo disappearBut then with a quarter-turnOf the headIt would roll around … Mehr Katerina Poladjan – Zukunftsmusik

Wo geht es hier zur wirklich wirklichen Wirklichkeit? (Philipp Winkler – Creep; Berit Glanz – Automaton)

Noch vor gar nicht langer Zeit, etwa 2019, als auch Berit Glanz ihren ersten Roman „Pixeltänzer“ veröffentlicht hat, kam das Internet in der Gegenwartsliteratur kaum vor, die Verwendung von Kommunikationsformen des Internets (etwa in Senthuran Varatharajahs „Vor der Zunahme der Zeichen“) oder von digitalen Techniken (etwa in Clemens Setz „Bot“ oder in der digitalen Lyrik … Mehr Wo geht es hier zur wirklich wirklichen Wirklichkeit? (Philipp Winkler – Creep; Berit Glanz – Automaton)

Abbas Khider – Der Erinnerungsfälscher

„Vorauszusetzen […], daß nach jeder Art von Leben Erinnerung gleich gut funktionieren könne oder gar können müsse, ist ein Vorurteil. Sowenig die Sichtbarkeit eines physischen Objekts von dessen Leuchtkraft abhängt oder nur von der Sehschärfe des Beobachters, sondern auch von der Art und Struktur des Mediums, in dem es sich aufhält, sowenig hängt die Erinnerbarkeit … Mehr Abbas Khider – Der Erinnerungsfälscher

Jonas Rump – Nottuln. Traurige Geschichten aus einer traurigen Kleinstadt

Worauf ich 2022 ja wirklich überhaupt keine Lust mehr habe, sind Bücher von Leuten, die inzwischen in Berlin wohnen und in diesen Büchern über die Kleinstadt, aus der sie kommen, schreiben. In „Nottuln. Traurige Geschichten aus einer traurigen Kleinstadt“ von Jonas Rump passiert genau das: Jonas Rump, inzwischen wohnhaft in Berlin, hat Geschichten über die … Mehr Jonas Rump – Nottuln. Traurige Geschichten aus einer traurigen Kleinstadt

Anna Albinus – Revolver Christi

„Doch wenn es not tut, alsbald ist die Kraft mir da,Und nimmer irrend in der zitternden Hand regiertDas Schwert sich selbst, als wär es ein lebendger Geist.“ Mit diesen Worten vergewissert sich Friedrich Schillers „Jungfrau von Orleans“ ihrer selbst – nicht um ihretwillen kämpft sie, sondern um Gottes Willen, und ihr Schwert scheint in diesem … Mehr Anna Albinus – Revolver Christi

Leander Steinkopf (Hg.): Neue Schule. Prosa für die nächste Generation

„Die erzwungene Lage und der Mangel aller körperlichen Bewegung beym Lesen, in Verbindung mit der so gewaltsamen Abwechslung von Vorstellungen und Empfindungen erzeugt Schlaffheit, Verschleimung, Blähungen und Verstopfung in den Eingeweiden, mit einem Worte Hypochondrie, die bekanntermaaßen bey beyden, namentlich bey dem weiblichen Geschlecht, recht eigentlich auf die Geschlechtstheile wirkt, Stockungen und Verderbnis im Bluthe, … Mehr Leander Steinkopf (Hg.): Neue Schule. Prosa für die nächste Generation

Der andere Tod der Emigration: Günther Anders „Der Emigrant“, Georges-Arthur Goldschmidt „Der versperrte Weg. Roman des Bruders“

„Deine Bitte um eine ‚vita‘ versetzt mich in Verlegenheit. Ich hatte keine vita. Ich kann mich nicht erinnern. Emigranten können das nicht. Um den Singular ‚das Leben‘ sind wir, von der Weltgeschichte Gejagte, betrogen worden. […] Die Kerben, die die Phasen unseres Lebens voneinander trennen, reichen tiefer als jene Kerben, die Lebensphasen gewöhnlich gegeneinander abgrenzen; … Mehr Der andere Tod der Emigration: Günther Anders „Der Emigrant“, Georges-Arthur Goldschmidt „Der versperrte Weg. Roman des Bruders“