Asal Dardan – Betrachtungen einer Barbarin

Weil nur so wenige Leute Essays lesen wollen, weil sie Angst haben, dass das sehr anstrengend wird, drängen manche Verlage ihre Autor*innen, sobald diese Essaybände veröffentlichen wollen, diese Essays doch lieber in einen Roman umzuschreiben. Das führt dann in der Regel zu Romanen, die literarisch nicht so gut funktionieren, weil sie etwas erklären wollen, statt … Mehr Asal Dardan – Betrachtungen einer Barbarin

Ljudmila Ulitzkaja – Eine Seuche in der Stadt

Hier ist Donnerstag, der 28.1.2021. Polizisten rennen mit Absperrband durch die Straßen, riegeln ein Viertel in Hongkong ab. Passanten stehen am Straßenrand, schauen zu, wissen scheinbar auch nicht recht, wohin mit sich. In genau demselben Hongkong, das noch vor einigen Wochen so um seine Freiheit gekämpft hat. Über dem Video steht im Tweet: „Police officers … Mehr Ljudmila Ulitzkaja – Eine Seuche in der Stadt

Dmitrij Kapitelman – Eine Formalie in Kiew

Dieses Buch ist eine große Enttäuschung. Auf Twitter wurde vom Autor versprochen, dass die ersten 500 000 Vorbesteller eine sibirische Katze bekommen und ich bin mir sehr sicher, dass ich zu den ersten 500 000 Vorbestellern gehöre, aber mein Buch kam ohne Katze bei mir an. Derart enttäuscht habe ich dann beschlossen, dieses Buch sehr … Mehr Dmitrij Kapitelman – Eine Formalie in Kiew

Christine Wunnicke – Die Dame mit der bemalten Hand

Auf der Insel Elephanta – oder eben: Gharapuri – sind im 18. Jahrhundert zwei Männer mit ihren Listen zu einem unfreiwilligen Aufenthalt gezwungen: Der eine, der deutsche Mathematiker Carsten Niebuhr, ist der letzte Überlebende einer Expedition nach Arabien, auf der er im Auftrag europäischer Professoren Fragen zur Erforschung der Bibel empirisch beantworten soll wie: „Wie … Mehr Christine Wunnicke – Die Dame mit der bemalten Hand

Lily King – Writers & Lovers

Eine der vielen Feministinnen der zweiten Welle, die heute irgendwie lieber mit Hendrik Broder rumhängen als mit Vertreterinnen eines zeitgemäßen Feminismus, Phyllis Chesler, wies einst darauf hin, dass es Frauen deswegen so schwer falle, ihre emotionalen, intellektuellen und sexuellen Fähigkeiten gleichermaßen und ausgeglichen zu entwickeln, weil es Männern unmöglich sei, sie sowohl als emotionale, intellektuelle … Mehr Lily King – Writers & Lovers

My life is (not) a movie (Selim Özdoğan – Der die Träume hört; Tobias Wilhelm – Weißer Asphalt)

Selim Özdoğan – Der die Träume hört Irgendwas bleibt immer. Egal, wie sehr man sich verändern, wie sehr man sich zu irgendeinem Zeitpunkt seines Lebens selbst bestimmt und neu erfunden hat, wie sehr man vom Dorf in die Stadt oder anders herum gezogen ist, die eigene Herkunft, die ersten Sozialisationserfahrungen sind weiter da. Diese Erfahrung … Mehr My life is (not) a movie (Selim Özdoğan – Der die Träume hört; Tobias Wilhelm – Weißer Asphalt)

Tom Müller – Die jüngsten Tage

[Obacht, dieser Beitrag ist voller Spoiler – was, glaube ich, nicht so schlimm ist, da dieser Roman meiner Ansicht nach eher von dem lebt, wie er erzählt, als von dem, was er erzählt.] Wer trauert, macht eine banale, aber in der Regel besonders surreal und schmerzhaft empfundene Feststellung: Dass die Welt nicht stehen bleibt, wenn … Mehr Tom Müller – Die jüngsten Tage

Dana von Suffrin – Otto

Im Jahr 1900, als all die Gräuel, die von Deutschland ausgehend ganz Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch erfassen sollten, noch nicht geschehen waren, veröffentlichte der französische Philosoph Henri Bergson denn Essay „Le Rire“, der 1914 unter dem Titel „Das Lachen“ auch auf Deutsch erscheinen und zentral für die bildende Kunst und … Mehr Dana von Suffrin – Otto