Anna Albinus – Revolver Christi

„Doch wenn es not tut, alsbald ist die Kraft mir da,Und nimmer irrend in der zitternden Hand regiertDas Schwert sich selbst, als wär es ein lebendger Geist.“ Mit diesen Worten vergewissert sich Friedrich Schillers „Jungfrau von Orleans“ ihrer selbst – nicht um ihretwillen kämpft sie, sondern um Gottes Willen, und ihr Schwert scheint in diesem … Mehr Anna Albinus – Revolver Christi

Leander Steinkopf (Hg.): Neue Schule. Prosa für die nächste Generation

„Die erzwungene Lage und der Mangel aller körperlichen Bewegung beym Lesen, in Verbindung mit der so gewaltsamen Abwechslung von Vorstellungen und Empfindungen erzeugt Schlaffheit, Verschleimung, Blähungen und Verstopfung in den Eingeweiden, mit einem Worte Hypochondrie, die bekanntermaaßen bey beyden, namentlich bey dem weiblichen Geschlecht, recht eigentlich auf die Geschlechtstheile wirkt, Stockungen und Verderbnis im Bluthe, … Mehr Leander Steinkopf (Hg.): Neue Schule. Prosa für die nächste Generation

Werner Herzog – Das Dämmern der Welt

Vor ein paar Jahren hat mir mein lieber Arbeitskollege Jonathan beim Mittagessen von Onoda Hiro erzählt, der als Holdout den Zweiten Weltkrieg nach der Kapitulation Japans auf der philippinischen Insel Lubang bis 1974 fortführte, weil er alle Benachrichtigungen über das Kriegsende für einen Hinterhalt des Feindes hielt und seinen Guerillakampf im Dschungel von Lubang nur … Mehr Werner Herzog – Das Dämmern der Welt

Franz Grillparzer – Der arme Spielmann

Die Darstellung von Kindheit in der Literatur ist paradox. Einerseits wird sie, insbesondere in Lyrik und Aphoristik, als glücklicher Zeitraum und Zustand verklärt, andererseits wird sie, insbesondere in Prosa und Drama, selten als glücklicher Zeitraum dargestellt. Der Regelfall ist vielmehr das Ringen der Kinder mit ihren Eltern, deren Ansprüchen und Vorstellungen oder mit den Ansprüchen … Mehr Franz Grillparzer – Der arme Spielmann

Baby, we’re the new (ultra)romantics (nur ich halt wieder nicht)

„Sobald man denkt, früher sei alles besser gewesen, wird die Gegenwart second hand und man selbst wird vintage – für Kleidung ist das okay, aber für Menschen nicht so toll.“ (Karl Lagerfeld) Endlich gibt es wieder Überlegungen dazu, wie Literatur sein sollte. Ich frage mich ja schon ständig, wo die eigentlich bleiben, die großen literarischen … Mehr Baby, we’re the new (ultra)romantics (nur ich halt wieder nicht)

Julia Bachstein (Hg.): Katzenleben. Neueste Katzengeschichten aus aller Welt

„Die Katze (Felix blandus susurrans) ist das streichelbarste Wesen im Universum.“ (S. 147), so beginnt Rudy Kousbroek seine Erzählung „Der Vertrag“ in der Anthologie „Katzenleben“ aus dem Schöffling-Verlag. Wer schon mal eine Katze gestreichelt hat, weiß, dass das wahr ist. Genauso wie es wahr ist, dass Katzen perfekt zu Buchhändlern passen (s. dazu die hier … Mehr Julia Bachstein (Hg.): Katzenleben. Neueste Katzengeschichten aus aller Welt

Truman Capote – Wo die Welt anfängt

Capote ist ein hervorragender Beobachter und Geschichtenerzähler. Er hebt nie den Zeigefinger, drängt dem Leser keine Schlüsse auf, sondern traut ihm zu und lässt es zu, dass er selbst etwas aus seinen Erzählungen macht. Das schätze ich sehr. Dass dies bereits in seinen frühen Werken der Fall ist, zeigt sich an „Wo die Welt anfängt“, … Mehr Truman Capote – Wo die Welt anfängt