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10 Gründe, warum „Air“ von Lukas Vering den Blogbuster 2017 gewinnen sollte.

blogbuster-logoDer Blogbuster-Preis 2017 neigt sich dem Ende zu, in ein paar Tagen – am 11.4. – wird die Shortlist bekannt gegeben. Um der Fachjury etwas die Entscheidung zu erleichtern, habe ich mal zehn gute Gründe zusammengestellt, die dafür sprechen, dass „Air“ von Lukas Vering gewinnen sollte:

  1. Der Roman schafft etwas, was nicht viele Romane schaffen: Er erzeugt eine – in diesem Fall beklemmende – Stimmung, die er auch bis zum Schluss aufrechterhält.
  2. In „Air“ geht es mindestens genauso sehr um uns und die Art, wie wir leben und wie wir unsere Welt gestalten, wie um die Figuren in dem Roman.
  3. Es ist ein Roman, der etwas zu sagen hat.
  4. Das Ende ist so gut!
  5. Wie in der Realität auch so sind auch in der Zukunft, die „Air“ entwirft, nicht alle Menschen heterosexuell. Diversity und so, ne.
  6. Die Nebenhandlungen beleuchten die Welt aus „Air“ nochmal aus anderen Blickwinkeln, und zeigen damit, dass man Dinge auch immer ganz anders sehen kann
  7. Lukas Vering hat eine wahnsinnig komplexe, in sich bis ins Detail stimmige Welt entworfen.
  8. Der Autor ist ein superguter Typ.
  9. Nach dem Lesen sieht man Luft anders.
  10. Last but not least: „Air“ mag auf den ersten Blick aussehen wie „schon wieder eine Dystopie“. Aber ich habe beim Lesen nicht das Gefühl gehabt, „schon wieder eine Dystopie“ zu lesen, die irgendwie austauschbar wäre. Ich erinnere mich noch Monate nachdem ich „Air“ gelesen habe an den Roman. Und das ist vielleicht das wichtigste.

Und dann gibt es noch einen weiteren wichtigen Grund: Wir haben als einzige einen formschönen Hashtag. #loveisintheAir

Blogbuster: Autoren-Video von Lukas Vering

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Lukas Vering, den Autor meines Blogbuster-Favoriten, habe ich hier ja schon per Steckbrief sich vorstellen lassen, und jetzt gibt es auch noch ein Video in bunt und Farbe von ihm, um objektiv zu beweisen, dass er ein so sympathischer wie talentierter Autor ist. Leider war es ihm mangels Equipment nicht möglich, ein aktuelles Video aufzunehmen, darum ist dieses schon zwei Jahre alt, aber das ist eigentlich nur gut, denn in den letzten zwei Jahren haben Talent und sympathisches Charisma noch einmal SO zugenommen, dass das jede Kamera sprengen würde (glauben Sie mir, ich bin sehr vertrauenswürdig):

Lukas V. – Revier-lovin‘ Literat from Kathi Neuh on Vimeo.

#loveisintheAir

Blogbuster: Leseprobe aus „Air“ von Lukas Vering

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Inzwischen sind stehen ja drei Titel für die Longlist des Blogbuster-Preises 2017 fest – der Kaffeehaussitzer hat sich entschieden und heute auch Mareike von Bücherwurmloch – und da Lukas Vering und ich trotzdem vor haben, auf dem Glücksschwein nach vorn zu reiten (ja, stellt euch das ruhig bildlich vor!), hat Lukas Vering nicht nur hier ein handgemaltes Video als Teaser für seinen Roman zur Verfügung gestellt, sondern auch erlaubt, dass ich eine Leseprobe aus dem Roman online stelle.

Hier könnt ihr also in den Anfang des Romans „Air“ von Lukas Vering reinlesen:

LESEPROBE 1

Eine zweite Leseprobe aus der zweiten Hälfte des Romans wird im März kommen.

Und dann reiten wir auf dem Glücksschwein nach vorn!

 

 

 

 

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Blogbuster: Lukas Vering stellt sich vor (2)

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Wie bereits im ersten Teil angekündigt, hier nun der zweite Teil des Fragebogens, mit dem sich Blogbuster-Longlist-Autor (Komposita, Komposita!) Lukas Vering vorstellt. Ich habe dabei unter anderem das schöne Wort „pläsieren“ gelernt, das ich ab sofort in meinen aktiven Wortschatz aufnehmen werde, weil es mir so pläsiert. Los geht’s:

Worum geht es in deinem Roman „Air“?

Es geht um eine fiktive Zukunft, in der unsere immer aktueller werdenden Trends von Entmündigung und Entfremdung durch Technologie handfeste Realität geworden sind. Entwicklungen, die Menschen mehr Freiheit und Unabhängigkeit von natürlichen Ressourcen versprechen, bekommen hier den fahlen Beigeschmack der Dystopie. Und dann sind da noch Hauptfiguren und Nebencharaktere und solch Beiwerk.

Was hat dich dazu angetrieben, diesen Roman zu schreiben?

Der Prozess ist unnachvollziehbar. Die Grundgerüste des Zukunftsentwurfs stammen aus einem anderen Manuskript, das es nicht übers zweite Kapitel hinaus geschafft hat – das hieß übrigens „Keine Elefanten“, so wie jetzt der zweite Teil der Haupthandlung. Dann kam irgendwann die Idee mit der künstlich hergestellten Luft dazu und das Ganze hat sich weiter und weiter gesponnen. Ich will mit dem Roman niemanden zum Technologieskeptiker erziehen, mich fasziniert einfach nur das Spiel mit Zukunftsentwürfen und was wir aus diesen Fiktionen für unser eigenes Hier und Jetzt ziehen können.

Kann Literatur die Welt verändern?

Jeder kann die Welt verändern. Literatur hat immer und immer wieder meine Welt, meine Ansichten, mein Vermögen zu Verstehen verändert. vering_lukas

Ist die Welt überhaupt noch zu retten?

Das Literatur (und ähnliche Spielformen) für den Mainstream immer dummer werden, heißt wohl auch, dass oben erwähnte Bereicherungen für die eigene Perspektive und Fähigkeit, Zusammenhänge anders zu verstehen und aufzugreifen und neue Verbindungen herzustellen, verkümmern. Unser aktuelles Bildungssystem lenkt ebenfalls nicht ein – Kinder werden viel mehr zu funktionierenden Einheiten für die Wirtschaft erzogen. Und schon sind wir nur drei Schritte von der Welt von „Air“ entfernt…

Warum sind Dystopien in den letzten Jahren so beliebt?

Dazu zitiere ich aus „Mailverkehrt Kulturgeschwätz-Vering, die erste“: „Sicher ist das Genre der Anti-Utopien und Dystopien momentan nicht nur durch hochwertige Kost wie Eggers, sondern auch durch all die Filme und TV-Serien mit ähnlichem Themengebiet etwas strapaziert, andererseits denke ich, befinden wir uns in einer Zeit, in der all diese Ausblicke in mögliche Versionen unserer Zukunft spannender denn je sind. Die Welt steht uns technologisch offen, so gut wie alles ist möglich oder zumindest denkbar – kein Wunder also, dass die Leute sich mit möglichen Varianten der Zukunft auseinander setzen wollen.“

Was unterscheidet „Air“ von anderen Dystopien?

„Air“ hat sicher viel, was sich auch in anderen Dystopien finden lässt – das Buch denkt ja vorhandene Tendenzen und Technologien einfach nur weiter. Eine Nuance hat „Air“ aber, die wohl kaum eine andere Dystopie aufweist und vermutlich auch kaum ein Leser aufschnappt: „Air“ spielt im Ruhrgebiet der Zukunft.

Was fasziniert dich an Genre-Literatur?

Genres sind mir egal. Ich stehe aber auf die kleinen, unheimlichen Ausblicke, die etwa die Science Fiction uns in die Zukunft gewährt. Horror pläsiert mir nicht wegen Blut und Gedärmen, sondern wegen der heimlichen Botschaften, die Monster und Mörder durch ihre Schandtaten flüstern.

Hast du ein Lieblings-Genre?

Erotische Teenage-Werwolf Novellen

Liest du auch literarische Klassiker?

Wann ist ein Klassiker ein Klassiker, frage ich und zucke mit den Schultern. Gelesen habe ich dank Studium der Literaturwissenschaften den ein oder anderen.

Wenn du dich medienwirksam für eine Sache einsetzen könntest, was wäre das?

Für die Umverteilung von Kapital – ich bin immer wieder baff, in was für einem ungerechten System wir leben und wie blind wir es akzeptieren. Und wenn wir dann noch alle der Massentierhaltung abschwören, dürfen wir vielleicht auch noch ein paar Jahre länger die Erde bewohnen.

 

Blogbuster: Lukas Vering stellt sich vor (1)

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Ich schrieb vor einiger Zeit, dass und warum ich mich beim Blogbuster 2017 für den Roman „Air“ von Lukas Vering entschieden habe. Und weil ich ihn als Autor noch nicht kenne (und ihr vermutlich auch nicht), stellt er sich hier mit einem kleinen Steckbrief vor, der in den nächsten Tagen nochmal fortgesetzt werden soll. Los geht’s:

Name: Lukas Vering

Alter: 28

Seit wann schreibst du?

Eine meiner ersten freien Schreibaufgaben in der Grundschule handelte von einem Vampir in einer Küchenbank. Die anderen Kinder haben beschrieben, wie sie sich mit dem Vampir angefreundet haben – mein Vampir musste in den Backofen gesteckt und verbrannt werden, bevor er jemanden tot beißen kann. Da wusste ich es… hör niemals auf zu schreiben.

Warum schreibst du?

Einerseits, weil es das einzige Hobby ist, dass über all die Jahre hinweg überlebt hat. Andererseits, weil ich seit dem ersten halbgaren Romanversuch nicht mehr aufhören kann zu versuchen, der Welt etwas zu sagen. Irgendwas.

Was ist dir beim Schreiben wichtig? vering_lukas

Ich will dem Leser zeigen, wie die Welt aussieht, klingt, riecht und schmeckt, die ich mir ausgedacht habe. Außerdem ist mir wichtig, dass mein Text eine Aussage hat, die jeder Leser auf seine Art verstehen kann.

Was machst du, wenn du nicht schreibst?

Filme gucken, Fotos machen und Party like a Rockstar (naja)

Wenn du nicht schreiben würdest, würdest du…?

Malen

Wenn du nicht du wärst, wärst du gerne…?

Robin (von Batman und Robin)

Beschreibe dich in fünf Büchern:

Station Eleven (Emily St. John Mandel), Spieltrieb (Juli Zeh), The Year of the Flood (Margaret Atwood), Schiffbruch mit Tiger (Yann Martel), Harry Potter und ääähh .. der Feuerkelch? (J.K. Rowling)

Welches Buch sollte jeder gelesen haben und warum?

Brave New World von Aldous Huxley, weil es dich für viele Dinge sensibilisiert und dir gutes Werkzeug an die Hand gibt, um skeptisch auf Fortschritt, Technologie, Religion, Kultur und Identität zu schauen

Was würdest du machen, wenn du beim Blogbuster gewinnen würdest?

Meine Freizeit kündigen und nur noch neue Bücher schreiben.

Man muss die Menschheit mögen, denn…

…sie ist so herrlich hilflos wie ein Pinguin auf dem Glatteis.

giphy

Blogbuster: „Air“ von Lukas Vering bekäme ein Foto von mir…

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… wenn ich Heidi Klum wäre. Abseits der Albernheiten:

Mitte der Achtziger prägte der Soziologe Ulrich Beck den Begriff der „Risikogesellschaft“ für die Gesellschaft, in der wir leben, und die sich durch drei Dinge auszeichnet: 1. Das Verhältnis der Industriegesellschaft zu den Ressourcen, die sie verbraucht; 2. Das Verhältnis der Gesellschaft zu den von ihr erzeugten Gefahren, die die Grundannahmen der bisherigen Gesellschaftsordnung erschüttern; 3. Den Prozess der Individualisierung, da alle kollektiven Sinnquellen erschöpft sind. Unsere Gesellschaft lebt mit Risiken bzw. erzeugt diese überhaupt erst, da die Ressourcen, die wir verbrauchen, endlich sind; da wir selbst Gefahren hervorrufen, die wir eigentlich nicht erzeugen wollen – Beispiele sind die Reaktorunfälle, die die Folge der auf den ersten Blick „sauberen“ Atomenergie sind, oder multiresistente Keime, wenn man inflationär mit Antibiotika um sich schmeißt; und da den Menschen das, was ihrem Leben Sinn gibt, in der Folge von der Herauslösung aus traditionellen Sozialformen, durch die „Entzauberung“ der Welt im Zuge der radikalen Zurückgeworfenheit auf sich selbst als Individuum abhanden gekommen ist. Die Risiken, mit denen wir heute leben, sind in erster Linie durch den Menschen selbst hervorgerufene Risiken, und eben nicht mehr dominant durch die Natur hervorgerufene Risiken. (Ich hoffe, es kommen nicht gleich lauter Soziologen und schimpfen mich, weil ich alles verkürze und schief darstelle.)

Eine Gesellschaft, die genau das (scheinbar) überwunden hat, stellt Lukas Vering in „Air“ vor: Die Menschheit hat sich hier vollständig von der Natur und ihren Ressourcen gelöst, sie kontrolliert sich und ihre Umgebung vollständig, sie schafft sich und ihre Umgebung vollständig selbst. Sie ist nicht mehr auf natürliche Ressourcen angewiesen. Hier ist alles künstlich und unter Kontrolle – sogar die Luft, die die Menschen atmen, ist künstlich.

„Die Luft ist dünn. Sie hinterlässt den sterilen Geschmack von Plastik auf der Zunge. Jeder Atemzug füllt die Lungen mit synthetischem Sauerstoff, der unablässig in die Straßen der Stadt sickert, sie überflutet und ertränkt und sie schon lange, lange wie ein Ozean unter sich begraben hat; der leicht, kaum merklich, nach Plastik schmeckt.“(Lukas Vering: Air, S. 1 – Romananfang)

Das einzige Stück Natur, dass der Menschheit noch gefährlich werden könnte, ist der Ozean – aber der wird durch Beton in Schach gehalten. Die Welt, die Lukas Vering hier bis ins Detail und wahnsinnig geschlossen entwirft, ist eine, die die ersten beiden Aspekte der „Risikogesellschaft“ ausgeschaltet hat. Aber die Menschen haben sich eben nicht verändert – der dritte Aspekt der „Risikogesellschaft“ bleibt. So sicher, komfortabel und kontrolliert das Leben auch immer ist – es gibt immer einzelne, die nach einem Sinn suchen. So ist das bei Ty Redfern427 und bei Pamina, den beiden Hauptfiguren des Romans, der Fall – und bei einigen anderen. Ihnen nimmt die Kontrolle, die kalte Vernunft, mit der alles durchgeplant und organisiert wird, im wahrsten Sinne des Wortes „die Luft zum Atmen“. Und aus dieser Welt suchen sie und andere Figuren im kleinen oder im großen einen Ausweg – mit einem wirklich überraschenden und wie ich finde sehr gelungenen Ende.

Aus diesem Grund, und weil der Roman für mein Empfinden kompositorisch wie sprachlich richtig gut gemacht ist, habe ich mich für „Air“ von Lukas Vering entschieden. Ja, es handelt sich um SciFi und damit um Genre-Literatur und es kann sein, dass die Fachjury den Roman deswegen ganz schnell aussortiert. Für mich ist das aber der Roman, der mich echt beschäftigt und gepackt hat – zugegebenermaßen erst irgendwo zwischen S. 90 und S. 100, davor fand ich ihn „nur“ gut, aber das ist bei einem Roman mit über 500 Seiten auch eher die Regel, dass es eben etwas Anlauf braucht, bis man richtig „drin“ ist. Keine Ahnung, ob die Fachjurymenschen dem Roman überhaupt so viel Zeit geben. Und: „Genre“ heißt ja nicht, dass da nichts Literarisches zu finden wäre: Kompositorisch finde ich das – wie geschrieben – wahnsinnig gut, es gibt selbstverständlich Motive, die sich durch den Roman ziehen (das Bild des Ozeans, das Motiv des Baumes…), und der Roman braucht sich nun sprachlich hinter den Romanen der Gegenwartsliteratur für ein Empfinden nicht zu verstecken. Aber was weiß ich, wie andere das sehen. Kann mir ja aber auch egal sein: Ich habe diesen Roman mit Gewinn und gerne gelesen und bin wirklich froh, dass ich ihn lesen durfte.

Aus diesem Grund: Der Roman, den ich an die Fachjury weitergeben werde, ist „Air“ von Lukas Vering.

Trotzdem möchte ich noch einmal allen AutorInnen danken, die sich beworben haben. Jeder von euch hat ein Buch geschrieben, das würde ich schon gar nicht auf die Reihe kriegen, und dafür habt ihr alle wirklich meinen Respekt. Dankeschön! Und: Schreibt bitte weiter!

Und auch, wenn ich an anderer Stelle schon einmal dafür geschimpft wurde, dass ich Autorennamen genannt habe (ich nenne deswegen auch keine weiteren mehr), ich möchte die SchriftstellerInnen, die ich in meinem letzten Blogbeitrag zum Blogbuster ohnehin schon genannt habe, hier nochmal nennen, weil ich mir wünschen würde, dass ihr als geschätzte Leser denen, wenn sie euch mal unterkommen, eine Chance gebt:

Das ist Felix Wieduwilt, der mit „Urteil ohne Gott“ einen philosophischen, angesichts neuester medizinischer und technischer Entwicklungen sehr aktuellen Roman geschrieben hat, der die Frage stellt, wo die Grenze zwischen Mensch und Roboter verläuft. Da ist Johanna Kindermann, die mit „Zwei Königinnen“ das schon aus der Romantik bekannte Doppelgänger-Motiv aktualisiert, die Frage nach dem, was Identität ausmacht, diskutiert, und das alles mit der Geschichte von Maria Stuart und Elisabeth I. verbindet. Da ist Tessa Schwartz, die in „Gewaltlos“ von zwei Frauen erzählt, die in einer Welt der Zukunft um so etwas wie ein bisschen Glück, wenigstens aber doch um so etwas wie eine Normalität ringen.

Und gesondert erwähnen möchte ich noch einmal Elyseo da Silva mit „Mosaik der verlorenen Zeit“, weil sein Buch ja eben schon im Selfpublishing erschienen ist. Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum dieser Roman keinen Verlag hat – Leute, die Carlos Ruiz Zafon mögen, sollten hier mal einen Blick riskieren. Das ist wirklich ein gut gemachter Roman, der ja auch seinen Lesern durchaus etwas zu geben scheint, wie man daran sieht, dass er (eben ohne Verlag und Marketing) beim lovelybooks-Preis in der Kategorie „Historischer Roman“ Platz 16 von 35 gemacht hat und auf Amazon von 25 Rezensionen 22 5-Sterne-Rezensionen sind. Ich denke, das ist ein Roman, der für viele wirklich funktioniert, und würde mir wirklich wünschen, dass irgendein Verlag das endlich macht.

Trotz allem: Aus den oben ausgeführten Gründen, habe ich mich für „Air“ von Lukas Vering entschieden, und freue mich wirklich darüber, dass ich diesen Roman zugeschickt bekommen habe.

Der Blogbuster-Preis, Elyseo da Silva und ich – ein erster Zwischenstand

blogbuster-logoFast einen Monat ist es her, dass der Startschuss beim „Blogbuster“ fiel – und ich habe vor ein paar Tagen eine Bewerbung bekommen, die mir gut gefällt, weswegen ich dachte, dass ich mal davon erzählen könnte. Zunächst gefällt mir der Name des Autors, ich denke, man könnte für schöne Autorennamen eine eigene Preiskategorie einführen: Elyseo da Silva. Wie kann man denn nur so einen Namen haben? Und vor allem: Warum habe ich eigentlich nicht so einen Namen? Geschrieben hat er jedenfalls ein Buch, das „Mosaik der verlorenen Zeit“ heißt und das er als „kaleidoskopischen Roman“ bezeichnet. Soweit ich das nach dem Lesen des Exposés und der Leseprobe beurteilen kann, trifft das auch zu: Es ist irgendwie ein historischer Roman über den Bürgerkrieg in Guatemala, ein Aussteigerroman, ein Roman über Verluste – irgendwie alles auf einmal. Es scheint ein komplex aufgebauter Roman zu sein und ich mag sowas. Und: Es ist, so war mein Eindruck in der Leseprobe, ein Roman mit politischem Unterton. Das gefällt mir alles sehr gut, obwohl der Roman eher Plot-zentriert als Sprach-zentriert zu sein scheint und mein „Beuteschema“ ja eher handlungsarme, sprach-zentrierte Romane sind. Und Aussteigergeschichten sind normalerweise auch nicht meine Tasse Tee, weil mir das „Aussteigen“ oft zu romantisch ist. Und der Autor scheint Herrmann Hesse zu mögen, und gegen den bin ich doch allergisch, da kriege ich immer so kleine juckende Pusteln von. Aber hier fand ich die Leseprobe wirklich schön und interessant und bin jetzt gespannt darauf, den ganzen Roman zu lesen. Ich freu mich, dass ich die Bewerbung bekommen habe, weil der Autor ein guter Typ zu sein scheint, ich überhaupt nichts über den Bürgerkrieg in Guatemala weiß und hier also nur dazulernen kann und weil das Buch hoffentlich genau das ist, was ich mir auf der Frankfurter Buchmesse bei der Auftaktveranstaltung gewünscht habe: Eines, das etwas mit der Welt zu tun hat, und nicht nur um irgendwelche Wohlstands-Selbstfindungsfragen kreist. Und wenn das Buch halt dabei auch noch unterhaltsam und gut zu lesen ist, dann ist das doch schön. Und auf Aussteiger bin ich ja nur neidisch, weil ich zu feig für so etwas wäre. Und Hesse hat schon auch seine Berechtigung (ganz sicher bin ich mir da aber noch nicht!). Ich freu mich jedenfalls. mosaikdvz

Übrigens ist „Mosaik der verlorenen Zeit“ von Elyseo da Silva (habe ich schon darauf hingewiesen, dass der Name schön ist?) bereits per selfpublishing erschienen und käuflich erhältlich. Zudem ist der Roman auf der Shortlist für den lovelybooks-Leserpreis in der Kategorie „Historischer Roman“, wer für ihn abstimmen will, kann das gerne hier tun: https://www.lovelybooks.de/leserpreis/2016/abstimmungen/historische-romane/

Ich werde den Roman jetzt mal lesen. Das wird lange dauern. Weil es ja ein langer Roman ist. Und ich lese doch so ungern. Deswegen habe ich ja auch einen Buchblog. Deswegen, und weil ich so gerne „ich“ schreibe.