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Hier ist jetzt Schluss, weiter geht’s auf 54books

Wie ihr in diesem schönen Blogbeitrag auf 54books nachlesen könnt, gebe ich Kulturgeschwätz auf und schreibe in Zukunft auf 54books. Vielen Dank allen, die mir hier gefolgt sind, die irgendwie mit mir interagiert haben, ihr seid die schönsten und klügsten Menschen im ganzen Internet!

Der Blog hier bleibt aus Nostalgiegründen stehen, meine alten Beiträge werden aber nach und nach auf 54books neu veröffentlicht.

Ich würde mich freuen, wenn die eine oder der andere von euch auch weiterhin mein Geschreibe lesen würde, mit mir diskutieren würde, mir lustige Mails schreiben würde – dann sehen wir uns sehr gerne wieder auf 54books!

Blogbuster: Leseprobe aus „Air“ von Lukas Vering No. 2

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Falls ihr es schon vergessen haben solltet: Lukas Vering und ich wollen ja beim Blogbuster auf dem Glücksschwein zum Sieg reiten. Denn, Achtung, super Hashtag: #loveisintheAir

Bis wir das tun, könnt ihr die vollständige Leseprobe, mit der sich Lukas Vering beworben hat, hier lesen.

Und dann könnt ihr nochmal das schöne Video hier anschauen:

 

 

Einmal um die ganze Welt lesen

Zu dieser Idee wurde ich von Bruno inspiriert: Ich will wie er versuchen, mich einmal um die Welt zu lesen. Bruno will dabei nur Bücher gelten lassen, deren Handlung in einem bestimmten Land spielt und deren AutorIn ebenfalls aus diesem Land stammt. Zudem soll es sich möglichst um einen Gegenwartsroman handeln. Ich werde das ein bisschen weniger streng handhaben: Es muss für mich kein Gegenwartsroman sein, es muss nicht mal ein Roman sein, und wenn das Buch gut recherchiert ist, kann es auch von einem Autor stammen, der nicht in diesem Land lebt. Das Ziel ist natürlich, möglichst viel unterschiedliche Literatur zu lesen – bis die Karte ganz rot ist, die ihr ab jetzt hier ansehen könnt: Klick zur Weltkarte.

Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen: So eine Karte ist ganz schnell und einfach erstellt, dazu könnt ihr beispielsweise diesen Link nehmen. Inspiriert ist das ganze natürlich auch von Reisebloggern, die sowas ja schon ganz lange machen, eine ausführlichere Erklärung zum Erstellen solcher Karten mit mehr Möglichkeiten, so eine Karte zu erstellen, findet ihr beispielsweise auf Rooksack.de.

Und nein: Natürlich ersetzt das Lesen keinen realen Besuch eines Landes. Weil es immer leichter ist, bequem in den eigenen vier Wänden ein Buch zu lesen, das man auch wieder schließen kann, als real dort zu sein. Aber Reisen ist halt teuer und ich bin ein bisschen faul.

Ergänzung: Yvonne von umgeBUCHt hat zu einer Buchweltreise aufgerufen, wer mitmachen will, soll das gerne tun – schöne Idee!

Blogbuster 2017 – Preis der Literaturblogger: Und warum? Weil wir können. Darum.

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Denis Scheck geht mit Bloggern auf Talentsuche / Klett-Cotta veröffentlicht den Preis der Literaturblogger

 

Die Idee erinnert ein wenig an die einschlägigen TV-Castingshows, nur diesmal geht es nicht um Gesang oder gutes Aussehen, sondern um einen guten Roman. 16 Literaturblogger, die Literaturagentur Elisabeth Ruge, der Verlag Klett-Cotta, die Frankfurter Buchmesse und der bekannte ARD-Literaturkritiker Denis Scheck suchen die literarische Entdeckung und den Debütroman des Jahres. Das Ganze nennt sich Blogbuster – Preis der Literaturblogger und ist die Chance für alle, die ein Romanmanuskript in der Schublade haben, aber noch keinen Verlag. Der Gewinner bekommt einen Agentur- und Verlagsvertrag und wird bereits im nächsten Jahr auf der Frankfurter Buchmesse seinen Roman vorstellen können.

 

Um an dem Wettbewerb teilzunehmen, müssen sich die Autoren bei einem der beteiligten Literaturblogs bewerben. Erst wenn der Blogger vom literarischen Potenzial des Autors überzeugt ist, wird das Manuskript der Fachjury vorgestellt. Neben dem Jury-Voritzenden Denis Scheck, entscheiden Elisabeth Ruge, Klett-Cotta Verleger Tom Kraushaar, Lars Birken-Bertsch von der Frankfurter Buchmesse und der Blogger und Initiator der Aktion, Tobias Nazemi, über den Blogbuster-Gewinner.

 

„Wir wollen damit zeigen, dass Blogs nicht nur Literatur gut vermitteln, sondern auch gute Literatur entdecken können“, sagt Tobias Nazemi, der für das Projekt 14 qualitativ hochwertige und reichweitenstarke Literaturblogs und aus unerfindlichen Gründen eben auch meinen ausgewählt hat. Der Wettbewerb startet am 21.10. mit einer Auftaktveranstaltung im Orbanism-Space auf der Frankfurter Buchmesse. Die Preisverleihung findet Anfang Mai 2017 im Literaturhaus Hamburg statt.

Weitere Informationen unter: Blogbuster-Preis.de

Dort gibt es auch eine eMail-Adresse, an die weitere Fragen gemailt werden können.

Mehr Informationen gibt es bei der Auftaktveranstaltung und Pressekonferenz am 21.10.2016, 16.00 Uhr / Frankfurter Buchmesse, Orbanism Space, Halle 4.1, D88 oder ab diesem Zeitpunkt auf der Blogbuster-Homepage.

 

Mit dabei sind: Sophie Weigand von Literaturen, Sarah Reul von pinkfisch, Tilman Winterling von 54books, Uwe Kalkowski von Kaffeehaussitzer, Mareike Fallwickl von Bücherwurmloch, Jochen Kienbaum von lustauflesen.de, Birgit Böllinger von Sätze & Schätze, Gérard Otremba von Sounds & Books, Sonja Graus von Lust zu lesen, Petra Lux von Die Liebe zu den Büchern, Ilja Regier von Muromez, Constanze Matthes von Zeichen & Zeiten, Sandro Abbate von novelero, Gerrit ter Horst und Tabitha van Hauten von Zeilensprünge und ich.

Und: Besonderen Dank an Tobias Nazemi von buchrevier, der die Sache erdacht und organisiert hat.

P.S.: Ganz, ganz wichtig: Ich bin der Dieter Bohlen der Runde. Das muss man wissen.

Reden über das Buchbloggen. (Auch) An die (mal mehr, mal weniger) Gebildeten unter seinen Verächtern

Es ist ja ein leidiges Thema, das eigentlich schon keinen mehr interessiert, weil es ja alle paar Wochen passiert: Irgendwo erscheint ein Artikel über Buchblogger, die meisten Buchblogger zucken da nur noch mit den Achseln. Ich auch, weil ich ja – sollte es so etwas jemals geben – den Preis für das geringste Engagement beim Bloggen erhalten sollte (vielleicht ein Pokal in Faultierform?). Aber trotzdem dachte ich, dass vielleicht ein oder zwei Dinge dazu noch nicht gesagt sein könnten. Vielleicht wurden sie aber auch schon gesagt und ich habe es übersehen, so oder so: Ergänzungen, Links, abweichende Meinungen bitte in die Kommentare schreiben.

Der eine Artikel, der eigentlich schon etwas älter ist, der aber in den letzten Tagen wieder in meine Filterblase geschwappt kam, ist der Artikel „Buchblogger: wichtig, aber immer noch belächelt“ von Andrea Schwyzer auf SRF. Es handelt sich ja hier um einen vergleichsweise ausgewogenen Artikel, für etwas Aufregung hat dennoch der letzte Satz gesorgt: Ulrike Sárkány, Leiterin der Literaturabteilung von NDR-Kultur meint hier: „Der klassische Feuilleton-Kritiker wird einen Teufel tun und danach schauen, was Blogger auf ihren Seiten schreiben.“

Manche hat das getroffen, mich nicht so, denn siehe oben. Ich (ich versuche hier, möglichst oft „das verpönte ‚Ich‘“ zu verwenden, habe gehört, jedes Mal, wenn ein Blogger „ich“ schreibt, kriegt irgendwo ein Feuilleton-Journalist Migräne) möchte hier dennoch etwas einwenden: Es ist ja nicht nur so, dass klassische Feuilleton-Kritiker den Teufel tun und schauen, was Blogger auf ihren Seiten schreiben (wobei ich gar nicht glaube, dass das auf alle zutrifft). Es ist ja auch vielmehr so: Buchblogger sollten auch den Teufel tun und schauen, was Feuilleton-Kritiker schreiben, zumindest was Schreibstil und Themenwahl betrifft. Warum?

Allen bisher über Buchblogger schreibenden Journalisten, aber auch einigen Buchbloggern, ist ja eins gemein: Sie verstehen das Internet nicht. Zum einen: Es gibt vermutlich Blogger, die wollen tatsächlich vom Feuilleton gelesen werden, ich kann mir das zumindest vorstellen. Der breiten Masse geht es aber um etwas anderes, und ich schrieb das auf facebook bereits einmal in den Kommentaren zu diesem SRF-Artikel: Ich habe die eine Hälfte meines Lebens ohne Internet und die andere mit Internet zugebracht. Überraschenderweise war ein Leben ohne Internet möglich. Trotzdem habe ich das Internet sehr schnell als große Bereicherung und Horizonterweiterung wahrgenommen, denn auf einmal war es möglich, Communitys zu finden, die man zu Hause nicht hatte. Wenn man in der eigenen Klasse beispielsweise die einzige war, die Briefmarken gesammelt hat, und nie mit jemandem darüber reden konnte, weil man dafür nur veräppelt worden wäre, dann hatte man jetzt auf einmal im Internet die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu finden, vor allem in den früher ja weit verbreiteten themenspezifischen Diskussionsforen. Man war auf einmal nicht mehr der Sonderling, sondern Mitglied einer Community, was ja ganz gesund fürs Selbstbewusstsein sein soll, man konnte sein Hobby pflegen und man konnte vor allem dazulernen, kam an Informationen, deren Existenz man davor nicht mal erahnt hätte. Irgendwann, ungefähr zeitgleich mit dem Aufleben von Facebook und dem Niedergang von MySpace, verloren die Diskussionsforen an Usern und Attraktivität, ich vermute, weil eine andere Form von Gesprächskultur auch durch Facebook mit seinen Statusupdates aufkam, die es auf MySpace ja nicht so gab, dort konnte man vor allem Blogbeiträge schreiben und die Profile von anderen kommentieren, nicht primär das eigene. Gespräche im Internet waren jetzt eben zunehmend unterschiedlich lange Statusupdates, kaum mehr Diskussionen. Und damit gewannen ja dann auch Blogs zunehmend an Relevanz, die ja quasi Raum für sehr lange Statusupdates bieten. Natürlich: Es gibt nach wie vor Inseln wie LovelyBooks. Dennoch: Diskussionsforen über Literatur wurden weitgehend abgelöst von Blogs über Literatur. Der Antrieb für die Mehrheit der Betreiber blieb aber identisch: Es geht immer noch um die Community, es geht darum, Gleichgesinnte zu finden und sich mit ihnen auszutauschen. Nach wie vor sagen die meisten Blogger: Ich schreibe für Blogger. Nach wie vor fangen die meisten mit dem Bloggen an, weil sie einen anderen Blog gesehen haben und sich dachten: Das sind aber sympathische, interessante Leute hier, mit denen möchte ich in Austausch treten. Ich persönlich habe mich vor allem gefreut, dass irgendwann Blogger, denen ich selbst folgte, auch mir folgten. Die wenigsten Blogger denken wohl beim Einrichten des Blogs: Ich schreibe jetzt einen Blog über Bücher und werde damit berühmter Literaturkritiker. Das ist aber die Annahme, die Journalisten wieder und wieder an Blogs herantragen, dabei trifft sie halt weitgehend schlichtweg nicht zu. Und darum ist die Kritik auch so kurz gegriffen.

Ganz ähnlich zeigt sich dieser journalistische Blick auf Blogger übrigens auch im Beitrag „Am Katzentisch der Literaturkritik“ von Sandra Trauner, wenn Stefan Mesch Folgendes bedauert: „Was ihn stört, ist «dass die meisten Blogger zu positiv und zu respektvoll sind. Mir sind das zu oft Empfehlungen und zu selten Warnungen.» Zwischen all den «Liebeserklärungen» vermisst er Härte, Biss, ein klares Urteil – «mir ist das oft zu kuschelig».“ Abgesehen davon, dass im Feuilleton auch selten wirkliche „Warnungen“ zu lesen sind, ist halt gerade das, was hier schon abwertende als „kuschelig“ benannt wird, vielleicht eines der Kennzeichen einer Community. Vor allem aber ist es halt so, dass viele Blogger, die ja kein Geld für ihre „Lesearbeit“ bekommen, Bücher, die sie nicht mögen, schlichtweg nicht bis zum Ende lesen und dann logischerweise auch keinen Verriss schreiben. Vielen ist ihre Zeit zu schade, um sich aufzuregen. Das ist nicht „unkritisch“, sondern ein Privileg von jemandem, der lesen kann, was er mag.

Zum anderen aber: Der wesentliche Grund dafür, warum Blogger den Teufel tun und Feuilleton-Kritik lesen sollten, ist ein anderer, und auch hier verstehen viele Journalisten aber auch einige Buchblogger das Internet nicht: Online funktioniert anders als Print. Man hat oft versucht, dass Journalisten und Buchbloggern zu erklären, andere Blogs und etliche SocialMedia-Profis haben sich den Mund fusselig geredet dazu, aber irgendwie scheint das nicht bei allen anzukommen. Wenn man sich die Bandbreite der Onlinemagazine ansieht, sieht man da viele Ableger großer Printzeitungen (SpiegelOnline, ZeitOnline, wie sie alle heißen), die vor allem deswegen Zulauf haben, weil sie die vermeintliche gratis-Ausgabe der Print-Zeitung sind, diese Onlinezeitungen funktionieren also nicht deswegen gut, weil sie gut ans Internet angepasst wären, sondern weil sie eben von vorn herein einen gewissen Bekanntheitsgrad hatten. Folglich sind diese Onlinezeitungen auch den Printausgaben recht ähnlich in Schreibstil und Themenauswahl. Und jetzt denken viele Journalisten und eben auch einige Blogger: Ok, online schreiben ist wie für Print schreiben, nur das Medium ist anders. Das funktioniert aber eben nur, wenn man vorher schon einen Namen hatte, mit dem es gelingt, Print-gewöhnte Leser im Internet an sich zu ziehen. So funktioniert das eben nicht, wenn man ein reines Onlinemagazin oder einen Blog machen will. Dass sich Onlinejournalismus in der Themenauswahl und im Schreibstil von Printjournalismus und seinen Onlineangeboten unterscheidet, sieht man, wenn man eben Seiten wie die HuffingtonPost oder die Vice (ja, sie hat einen Printableger, wird aber mehr online als im Print gelesen und im Gegensatz zum Spiegel wird hier ja allgemein eher die Printausgabe als sekundär zum Onlineangebot wahrgenommen) ansehen. Der Schreibstil ist subjektiver und persönlicher, es werden stärker Bilder, Grafiken, gif und Videos einbezogen, die Themen sind andere, sind mitunter auch aus Sicht der etablierten Zeitungen „albern“. Und vor allem: Es wird von vorn herein auch auf Interaktion abgezielt. Aber so funktioniert eben Onlinejournalismus. Wenn Buchblogger nun hingehen und sich das Print-Feuilleton zum Vorbild nehmen und meinen, es reiche aus, wenn sie einfach dessen Stil kopieren, kommen sie halt nicht sehr weit im Internet. Denn zum einen werden schlichte Buchkritiken (leider! Kann man da irgendwie etwas tun, um das zu ändern?) viel seltener gelesen als Beiträge über allgemeinere Themen (das Lesen, Bücher kaufen, was auch immer) oder vor allem als Rants. Zum anderen funktioniert Bloggen, weil es eben im Internet stattfindet, eben nur über Vernetzung und Interaktion, nicht nur mit anderen Bloggern – und ja, dazu müsste man andere Blogs auch wirklich lesen und vielleicht sogar mal kommentieren –, sondern auch von unterschiedlichen Medien: Ein Blog ohne Twitter, Facebook, Instagram etc.etc. wird eben nicht dieselbe Reichweite erreichen wie einer mit. Ich persönlich trauere ja immer noch den Diskussionsforen hinterher, weil ich finde, dass so zusammenhängende Gespräche über Bücher wie sie dort möglich waren auf Blogs nahezu unmöglich sind. Aber das liegt vermutlich an mir, ich gebe mir wohl da auch zu wenig Mühe. Das kann ich ja mal auf meine to-do-Liste setzen. So oder so: Wer mit seinem Blog darauf abzielt, sich zu „professionalisieren“ im Sinne von: große Reichweite, Finanzierungsmöglichkeiten, Onlinemagazin statt Blog, der wird das nicht damit erreichen, dass er das Feuilleton in Stil und Themenauswahl kopiert, einfach seinen Blog mit entsprechendem Content füllt und ansonsten nicht interagiert, weil ihm der Rest dieser Blogger irgendwie zu blöd ist oder man auf das Gespräch mit den Lesern eigentlich keinen Wert legt, weil sie einen nur als Klick in der Statistik interessieren, nicht aber als Leser. Und es reicht auch nicht, seinen Blog einfach in „Magazin“ oder „Zeitschrift“ oder „Zeitung“ umzubenennen.

Das haben meinem Eindruck nach gerade ein paar Buchblogger nicht verstanden (bitte beachten: Alles jetzt Folgende ist mein subjektiver Eindruck, ich verbringe aber gar nicht so viel Zeit mit Blogs, weil ich nicht so viel Zeit habe, darum bitte Korrekturen meiner vielleicht schiefen Weltsicht in die Kommentare schreiben! Zudem: Ich beziehe mich hier wirklich nur auf Einzelne, es gibt auch zahlreiche Gegenbeispiele!), die sich mit sog. „anspruchsvoller Literatur“ beschäftigen. Denn diese sind meinem Eindruck nach deutlich schlechter vernetzt als Buchblogs zu Genre- oder Jugendliteratur oder Booktuber. Wo diese beispielsweise immer wieder durch gemeinsame Aktionen oder Hashtags oder wechselseitige Blogvorstellungen ihre Community pflegen, gibt es unter der ohnehin schon etwas kleineren Gruppe der „Literaturblogger“ (zu diesem Terminus gleich mehr) meinem Eindruck nach schon ein paar, die die Bedeutung von Vernetzung nicht erkannt haben (ich vernetze auch kaum, aber eher aus Verplantheit, nehme mir aber immer wieder vor, das zu ändern. Vielleicht schaffe ich das eines schönen Tages ja sogar). Und dann ist ja da auch noch dieses Bedürfnis nach Distinktion: Es gibt nur wenig Vernetzung zwischen Bloggern zu sog. „anspruchsvoller Literatur“ und dem Rest der Buchblogger bzw. Booktuber. Natürlich, man liest andere Bücher, da wird man nicht so schnell ins Gespräch kommen, und das ist ja auch ok. Aber bei den anderen Sachen, bei diesen Hashtag-Geschichten und Aktionen, da könnte man ja mitmachen. Und wenn man darauf keine Lust hat, weil einen das thematisch nicht anspricht, was ja auch ok ist, könnte man wenigstens diese Unterscheidung in „Buchblogger“ und „Literaturblogger“ vielleicht noch mal überdenken. Ich hätte nicht bemerkt, dass die Buchblogger sich auch in Grüppchen wie „Krimiblogger“, „Young Adult Blogger“, „Kochbuchblogger“ o.ä. aufspalten und dann unter sich bleiben. Meinem Eindruck nach sind es allen voran die „Literaturblogger“, die hier ihr eigenes Grüppchen bilden und die Unterscheidung sogar noch mit einem eigenen Namen offensichtlich wollen, die also nicht „mit dem Rest in einen Topf geworfen werden wollen“. Der Schluss liegt nahe, dass es hier um Distinktion geht, dass hier also das Gefälle zwischen sog. „Hochkultur“ und „Unterhaltungskultur“ reproduziert wird. Dass man aufgrund von Interessen eigene Untergruppen bildet ist denke ich normal. Vielleicht könnte man sich wenigstens innerhalb dieser Untergruppen noch besser vernetzen. Vielleicht könnte man trotzdem hin und wieder den Blick aus der eigenen Untergruppe heraus wagen. Und vielleicht könnte man diesen Wunsch nach Abgrenzung vom „Rest“ und den Begriff „Literaturblogger“ noch einmal überdenken.

Mir kann das alles ja bums sein. Weil: Ich bin ja schrecklich unambitioniert. Aber: Wenn jemand Ambitionen hat, sollte er solche Dinge vielleicht bedenken. Und wenn ein Journalist malwieder über Blogger schreiben will, sollte er vielleicht davor versuchen, das Internet als eigenständiges Medium mit eigenen Regeln ernst zu nehmen und zu verstehen. Sonst drehen wir uns im Kreis.

P.S.: Tilman ist übrigens der Allerallercoolste! Das musste mal gesagt sein.

Bachmannpreis 2016

Ich weiß ja nicht, ob das einer von Stefanie Sprengnagels Witzen ist oder ob das ernst gemeint ist, aber sollte letzteres der Fall sein, so hat man sich beim Bachmannpreis wohl gefragt, wen man als gleichwertigen Ersatz für Ronja von Rönne, die ja dieses Jahr nicht schon wieder werbewirksam teilnehmen kann, finden könnte. Stefanie Sprengnagel ist mir natürlich in vielfacher Hinsicht lieber als von Rönne, ob das jetzt aber große Literatur ist, bleibt erst abzuwarten.