Sophie Passmann – Komplett Gänsehaut

Ende 2018 habe nicht nur ich nicht schlecht gestaunt über Friedrich Merz, der es geschafft hat, in ein- und demselben Interview mit der BILD anzugeben, dass er etwa eine Million im Jahr verdiene, sich aber nicht als Mitglied der Oberschicht ansehe, sondern vielmehr der „oberen Mittelschicht“. Das war kurios und ist damals auch so empfunden worden, denn mit einem Einkommen von einer Million im Jahr ist man eben deutlich nicht mehr Mitglied der Mittelschicht, auch nicht der oberen Mittelschicht, man ist schlicht Oberschicht.

Denn wer ist eigentlich die Mittelschicht? Das ist gar nicht so einfach zu sagen, zumal es ja Klasse an sich und für sich gibt. An sich definiert sich Mittelschicht erst einmal über das Gehalt: Wer zwischen 80% und 150% des Median-Einkommens verdient, gehört zur Mittelschicht. 2017 hat dies geheißen: In einem Single-Haushalt ist eine Person mit einem Nettoeinkommen zwischen 1560 und 2920 Euro Mittelschicht. So ganz einhellig sind die Zahlen nicht, Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung etwa sagte 2019: Wer 2700 nett im Monat verdient, ist schon nicht mehr Teil der Mittelschicht, sondern wohlhabend und also darüber hinaus.

Um das konkret zu machen: Ich arbeite derzeit aus unterschiedlichen Gründen in Teilzeit mit wechselnder Höhe der Stundenzahlen, ich verdiene jetzt gerade zwischen 2200 und 2400 Euro Netto im Monat, falle also derzeit in den mittleren Bereich dieser Einkommensgruppe. Noch vor zwei Jahren, als ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni auf einer Promotionsstelle gearbeitet habe, hatte ich deutlich weniger, eher 1600, war damit aber auch noch Mittelschicht. Was konnte ich mir damals davon in München leisten, was kann ich mir jetzt davon in einer bayerischen Kleinstadt wie Ingolstadt, wo ich derzeit wohne, leisten? Ich zahle jetzt vergleichsweise (im Vergleich zu München) wenig für meine Wohnung, ich habe allerlei Versicherungen zu bezahlen, habe ein Auto mit Tiefgaragenstellplatz, ein paar weitere Fixposten – könnte ich es mir leisten, ein USM-Regal zu kaufen? Nein. Ich kann keine 1000-2000 Euro für ein Regal ausgeben, das kann sich ja eigentlich auch jeder selbst an seinen zehn Fingern abrechnen.

Das kann aber Sophie Passmann in ihrem Essay „Komplett Gänsehaut“. Und keine Sorge: Was ein USM-Regal ist, musste ich auch erst googeln, mir war das kein Begriff. Mir war überhaupt sehr vieles, was hier als selbstverständlich und typisch für die Mittelschicht dargestellt wird, kein Begriff. Ich kenne niemanden, der so lebt, tatsächliche kenne ich den Lebensstandard und diese Art der Kuratierung nur aus zwei Bereichen meines Lebens: 1. Bücher, von denen mir das Feuilleton erzählen will, sie wären Bücher über Leute wie mich; 2. Die Zeit, in der ich in München Schwabing Kinder unterrichtet habe, die in Wohnungen gewohnt haben, die ich mir nicht hätte leisten können, und die Jacken getragen haben, die mich ein Monatsgehalt gekostet hätten.

Sophie Passmann schreibt hier, so meint sie und so glaubt es ihr das Feuilleton, ein Essay über das typische Leben und Lebensgefühl einer 27-jährigen Bürgerin der Mittelschicht, vor allem schreibt sie darüber, was sie an ihrem eigenen Mittelschichtsdasein nervt. Tatsächlich beschreibt sie aber das Leben der Oberschicht, sicher nicht der reichen Oberschicht, aber eben der wohlhabenden Oberschicht. Sie beschreibt exakt dasselbe Milieu, das Leif Randt in „Allegro Pastell“ beschrieben hat, sie beschreibt dasselbe Milieu, in dem sich Ronja von Rönnes „Wir kommen“ bewegt. Der Unterschied zu diesen Büchern ist dabei aber: Während Leif Randt und Ronja von Rönne wissen, dass sie Oberschicht beschreiben, scheint Sophie Passmann zu denken, das hier wäre die Mittelschicht, darunter wäre dann die Armut, darunter sind die Plattenbauwohnungen (wer in denen eigentlich wohnt, was diese Leute verdienen und was die Miete dort kostet, weiß die Autorin anscheinend nicht, denn tatsächlich wohnt ja in diesen Plattenbauwohnungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein gar nicht so kleiner Teil der Mittelschicht).

Und das ist für mich leider das Interessanteste an diesem Buch, das sich stilistisch dann auch liest wie eine Kreuzung aus Texten von Ronja von Rönne und Adalbert Stifter. Hätte Adalbert Stifter nicht in endlos langen und für mich oft schwer zu ertragend langatmigen Sätzen Natur beschrieben, sondern die Gedankenwelt der heutigen jungen Wohlhabenden, würde man das vermischen mit Pointen, wie sie sonst von Rönne schreibt, man hätte „Komplett Gänsehaut“.

Dieses Buch ist meiner Wahrnehmung nach eben nicht geeignet, „einen Regalmeter soziologische Gegenwartsliteratur“ zu ersetzen, wie Tobias Becker im Spiegel unter Rückgriff auf den Mittelklasse-Begriff von Reckwitz schreibt, der nun auch nicht ganz unumstritten ist. Das Buch reflektiert alles Mögliche, insbesondere eigene Befindlichkeiten, aber man merkt eben leider dabei, dass hier jemand schreibt, der alles schon verlassen hat (die Heimatstadt, das eigene Land, die Schule, die Uni etc.), nur nie das eigene Milieu. „Mittelschicht“, „Mittelstand“ und „Bürgertum“ werden hier auch völlig gleichbedeutend benutzt, als gäbe es keine Differenz zwischen dem Lebensstil von einer Friseurmeisterin, einer mittleren Beamten, einer Sozialpädagogin, einer Bibliothekarin und dem, was die Autorin hier in ihrem Essay beschreibt. Dem, was man irgendwie unter diesen Begriffen zu verstehen glaubt, dieser Schicht ordnet sich die Autorin selbst voll vor sich hergetragenem Selbstekel zu, gibt vor, sich von der Mittelschicht abzusetzen, dabei bleibt recht unklar, von was genau sie sich absetzt: Von Wohlhabenden, von der Mittelschicht an sich, von Armen? Bei Primark kaufen, so glaubt Passmann, eher Arme ein, genauso wie bei Ikea. Hier ist gar keine Vorstellung davon da, wie Lebensrealitäten mit mittleren Einkommen oder gar mit geringen Einkommen aussehen, das ist völlig faszinierend. Da geht man davon aus: So, wie ich lebe – Weinproben, Altbau, Herkunft aus Einfamilienheim mit Garten -, so leben alle, sofern sie nicht arm oder sehr reich sind. Ich bin die Norm, ich bin die Mitte.

Der oben schon genannte Markus Grabka sagt in dem bereits verlinkten Interview auch, dass die Deutschen eine starke Tendenz dazu haben, sich als Mittelschicht zu sehen, selbst wenn sie wohlhabend sind. Man sieht sich offensichtlich gerne selbst als „normal“ an, überhaupt stellt sich ja jeder Zweite, der irgendein Medium hat, gerne hin, und sagt über sich: Seht her, so wie ich denke, so denken die meisten, ich repräsentiere den normalen Durchschnitt. Es gibt eben nicht nur Klasse an sich sondern auch Klasse für sich: Friedrich Merz wurde daher augenzwinkernd als „Mentalitätsmittelschichtler“ bezeichnet, und dasselbe trifft dann wohl auf Sophie Passmann, ihren Essay und diejenigen zu, die denken, das wäre tatsächlich die Mittelschicht. Dabei schreibt sie selbst:

„Wenn ich nach wenigen Minuten Fußweg aus meiner Wohnung heraus Pizza mit karamellisierten Walnüssen essen kann, ist sozialer Aufstieg nicht mehr möglich.“ (S. 105f.)

Und das stimmt. Darüber kommen dann nur noch die wirklich Reichen, und dorthin kann man kaum aufsteigen, das kann man höchstens ererben oder erheiraten. Aber: Nur weil man nicht zu diesen ganz Reichen gehört, ist man eben auch nicht gleich Teil der Mittelschicht. Vielmehr finden sich ja in diesem Buch Stellen, wo erkennbar ist, das man hier als Mitglied der Oberschicht wirklich von dieser mittelmäßigen Mittelschicht hält:

„Man könnte natürlich denken, dass wir jungen Leute heute schlauer sind, dass wir unseren eigenen Geschmack weder für so wahr noch für so allgemeingültig halten, aber da stehen sie, die Mariusse dieser Generation, empfehlen gerade die Serie Breaking Bad, die sie letzte Woche auf ihrem Beamer in ihrer Altbauwohnung geguckt haben, und denken, das sei neu, das hätte noch niemand getan, da käme niemand hinter außer ihnen.“ (S. 97)

Das spannende an dieser Stelle ist ihre Widersprüchlichkeit, die entweder in genialer Weise Absicht ist oder die wirklich weder Autorin noch Lektorat aufgefallen ist: Da will die Autorin zeigen, dass es nicht so sehr reflektiert ist, den eigenen Geschmack für allgemeingültig zu halten, aber wenn dann jemand etwas verspätet entdeckt hat, das man selbst nicht eben für Avantgarde hält und das man selbst schon für Allgemeingut hält, dann verachtet man das. Das ist eigentlich eher klassisch für die Haltung der Oberschicht gegenüber einer Mittelschicht, die sich verspätet bereits herabgesunkene Kulturgüter aneignet. Das ganze Buch ist vorwiegend gekennzeichnet von der Distinktion gegenüber Allgemeingut gewordenen und also herabgesunkenen Verhaltensweisen und Kulturgütern und dem eigenen Schmerz darüber, dass es so arg anstrengend ist und immer wieder missling, immer Avantgarde sein zu wollen, weil alles immer irgendwann gleich Allgemeingut wird (und also absinkt). Das ist eigentlich klassischerweise Distinktion der Ober- gegen die Mittelschicht, aber hier wird sie verkauft als: Distinktion der Mittel- von der Mittelschicht.

Dieses Buch ist entweder tatsächlich gewollt derart widersprüchlich und dann genial, oder es ist auch eine bemerkenswert grobe Weise völlig unterreflektiert. Ich lese da leider nicht so sehr ersteres, sondern eben ziemlich klassische Abgrenzung von der langweiligen Mittelschicht durch jemanden, der nicht zu ihr gehört, aber glaubt, zu ihr zu gehören. Ich weiß nicht, ob das Absicht ist oder ob sich so Distinktion bei Mentalitätsmittelschichtlern liest, von wem auch immer man sich jetzt hier genau abgrenzen will. Ich kann das nicht entscheiden, glaube auch nicht, dass es sich lohnt, dem auf den Grund zu gehen, weil hier nicht wirklich überlegt worden ist, von wem genau man sich abgrenzen will, man hat halt einfach irgendwie sein Befinden aufgeschrieben.

Mir sagt das nichts, vermutlich ist das ein witziges Buch für Leute, die dieses Lebensgefühl teilen, vermutlich bin ich dafür auch schon wieder zu alt (obwohl ich als Jahrgang 1985 noch Millenial bin und es ja um Millenials gehen soll). Ich hab’s halt nicht gefühlt, um im Jargon des Buches zu bleiben. Was ich sagen kann, ist: Stilistisch ist die Freude beim Lesen echt begrenzt, es ist, wie schon geschrieben, als würde man die ersten Seiten von Adalbert Stifters „Bunte Steine“ lesen, wo in sehr langen Sätzen jedes Blättchen und jedes Steinchen beschrieben werden, nur eben hier mit Altbauwohnungen und mit Risotto. Was ich daraus mitnehmen sollte: Endlich nicht mehr darauf reinfallen, wenn wieder jemand meint, das hier wäre nun das Buch, dass das Lebensgefühl von Leuten wie mir einfängt, das hier wäre jetzt geistreich, selbstkritisch, witzig.

Wir leben anscheinend in einer Zeit, in der jede*r meint, sie oder er repräsentiere den normalen Durchschnittsmenschen. Weiß der Kuckuck, woher das kommt. Vielleicht ist es ein Teil des Herbeiredens von Deutungshoheit, das ja notwendig damit einhergehen muss, wenn man sich eben hinstellt und sagt: Ich erkläre euch jetzt mal einen Teil der Gegenwart. Vielleicht ist es auch ganz banal Selbstüberschätzung. Wer weiß. So oder so: Ich habe mich da leider echt durchzwingen müssen, ich fand es echt langweilig, bin aber wohl auch nicht die Zielgruppe. Schaut halt mal rein, vielleicht könnt ihr damit mehr anfangen.

[Beitragsbild von Pickawood auf unsplash.com]


7 Gedanken zu “Sophie Passmann – Komplett Gänsehaut

  1. Chapeau! ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass diese Uneindeutigkeit, bzw. diese Widersprüche gewollt sind. Das würde, denke ich zur Autorin passen, aber mich macht das ehrlich gesagt immer ein wenig ratlos, weil immer also so verflixt ironisch sein muss und ich das nicht verstehe.
    Einerseits erinnert es mich an eine Textzeile aus einem Hozier – Song „Cause with my mid-youth crisis all said and done, I need to be youthfully felt cause god I never felt young“ – und das ist schrecklich, wenn man so fühlt, und andererseits erinnert es mich in der Verortung an eine Stelle aus Gorkows neuem Roman, wo der Schulfreund des Ich-Erzählers im elterlichen Pool nach kleinen Goldbarren taucht, die er behalten darf, wenn er sie ertaucht und die Unterscheidung zwischen ganz klar ist: das sind nicht nur reiche Menschen, das sind die Bonzen – absurd wirkt das alles auf mich.

  2. Ja, es ist halt wirklich einfach eine ganz andere Lebensrealität. Mit 27 war ich auch schon im Beruf und habe nicht immer noch darüber nachgedacht, wie es sich jetzt wohl anfühlt, erwachsen zu sein – mir kommt das vor wie eine wirklich sehr verlängerte Kindheit, was ja schön ist, aber eben nichts, was mir bekannt wäre.

    1. ich habe mit 27 noch studiert – aber eben nach einer erfolgten und ausgeübten Berufsausbildung und dem auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholten Abitur. Und hatte ihn der Zeit zeitweise drei Jobs, um das Studium zu finanzieren – insofern auch nicht meine Lebensrealität … so ganz und gar nicht. Der Aufhänger mit dem Club 27 (Joplin, Hendrix etc.) war das, was mich anfangs angezogen hat, aber das ließ dann schon nach. Naja, werde es denke ich schon fertig lesen, aber erst mal beiseite liegen lassen.

  3. Hm, bei einem Buchtitel „Komplett Gänsehaut“ wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass es um einen Essay oder einen Roman zum Lebensgefühl in der „Mittelschicht“ gehen könnte.
    Wiederum freut mich an eingehenden Buchbesprechungen im Blog, wie Deiner hiesigen, dass ich einen Eindruck erhalte, der mir sagt, dies mag ich lesen wollen oder es ist vielleicht nicht vorrangig. Gleichwohl gibt Deine kritische Diskussion – verbunden mit persönlichen Aspekten – auch Anlass, biografisch und thematisch zu antworten.
    Im Sozialkunde-Unterricht an der Schule betrachteten wir staunend Bevölkerungspyramiden und -zwiebeln mit damaligen Modellen von sozialer Schichtung und Mittelschicht. Manche Seminare im Nebenfach-Studium der Soziologie machten auf diese Weise heiter so weiter.
    So sehr mich dies verwunderte, ist auch klar geworden, dass ein Begriff der „Mittelschicht“, der sich hauptsächlich bezieht auf ein mittleres Monatseinkommen, gleich wie breit dies angemessen wird, relativ wenig aussagt über die objektiven und subjektiv empfundenen Lebensverhältnisse. Ein mittleres Monatseinkommen ist recht komfortabel für diejenigen, die in ererbtem Wohneigentum mit Vermögenspolster leben oder knapp für Leute, die mit kinderreichen Familien hohe Mieten aufbringen müssen. Der monatliche Kontoauszug sagt noch weniger über Wege und Zugänge zu Bildung, gesellschaftlicher, kultureller und politischer Teilhabe.
    Wie können sich im Wirtschaftsleben Betriebe zwischen fünf und fünftausend Beschäftigten als „Mittelstand“ beschreiben und verstehen?
    Im Marx-Seminar stellte sich zum Thema „mittlere Klassen“ heraus, dass zwischen Bourgeoisie und Proletariat ein mehr oder weniger weites Feld liegt, dass der Autor zum Ende des Dritten Bandes des „Kapitals“ wohl ansprach, aber nicht mehr weiter ausführte wie die beiden Pole.
    Nachher haben mich die Überlegungen von Platon und Aristoteles mehr angesprochen, bei denen es um die Mitte ging und das rechte Maß zwischen Mangel und Überfluss. Sie haben dies ebenso ethisch verstanden in Bezug auf die Tugenden, wie auch gesellschaftspolitisch. Wie es kam, dass die Worte „Mittelmaß“ und „mittelmäßig“ einen abschätzigen Ton bekamen, würde ich gerne dazu lernen.
    Nachdenkliche Grüße, gute Wünsche
    Bernd

  4. Hallo! Tolle Rezension, überhaupt ein großartiger Blog!
    Im Unterschied zu dir habe ich mich im Buch schon hin und wieder wiedererkannt, zumindest in manchen Aspekten. Das Problem bei so einem Buch ist (wie du auch schreibst), dass einfach nur Befindlichkeiten aneinandergereiht werden und als allgemeingültig angenommen werden. Mit der Gefahr, dass das für den Leser, die Leserin irrelevant oder schlimmstenfalls nervig ist. Vielleicht ist es verwegen zu hoffen, dass ein Roman das Leben „der Mittelschicht“ und damit der größten und sehr heterogenen Bevölkerungsgruppe beschreiben kann. Vielleicht beschreibt Passmann das Leben von 20-35jährigen, kinderlosen, gebildeten ständig reflektierenden StadtbewohnerInnen mit knapp mehr Geld als sie brauchen. Und in diesem doch sehr engen Rahmen funktioniert das Buch für mich auch teilweise. Dass das manchmal wie Oberschicht klingt ist für mich eher ein Zeichen dafür, dass die Messung per Netto-Einkommen Blödsinn ist und die Herkunft (wie bei Eribon, nicht wie bei Stanišić) relevanter ist. Weil damit Dinge wie wirkliche finanzielle Sicherheit, eine klassische geisteswissenschaftliche Erziehung und Kenntnis von USM-Regalen einhergehen.
    Ich finde jedenfalls, dass Allegro Pastell um Welten besser war. Und warum die Sätze so lang sein müssen, habe ich auch bis zum Schluss nicht durchschaut. Gerade in einer Wutrede (und so lese ich den Roman) finde ich das ungewöhnlich und es wird dadurch unnötig schwer lesbar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.