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Der Blogbuster-Preis, Elyseo da Silva und ich – ein erster Zwischenstand

blogbuster-logoFast einen Monat ist es her, dass der Startschuss beim „Blogbuster“ fiel – und ich habe vor ein paar Tagen eine Bewerbung bekommen, die mir gut gefällt, weswegen ich dachte, dass ich mal davon erzählen könnte. Zunächst gefällt mir der Name des Autors, ich denke, man könnte für schöne Autorennamen eine eigene Preiskategorie einführen: Elyseo da Silva. Wie kann man denn nur so einen Namen haben? Und vor allem: Warum habe ich eigentlich nicht so einen Namen? Geschrieben hat er jedenfalls ein Buch, das „Mosaik der verlorenen Zeit“ heißt und das er als „kaleidoskopischen Roman“ bezeichnet. Soweit ich das nach dem Lesen des Exposés und der Leseprobe beurteilen kann, trifft das auch zu: Es ist irgendwie ein historischer Roman über den Bürgerkrieg in Guatemala, ein Aussteigerroman, ein Roman über Verluste – irgendwie alles auf einmal. Es scheint ein komplex aufgebauter Roman zu sein und ich mag sowas. Und: Es ist, so war mein Eindruck in der Leseprobe, ein Roman mit politischem Unterton. Das gefällt mir alles sehr gut, obwohl der Roman eher Plot-zentriert als Sprach-zentriert zu sein scheint und mein „Beuteschema“ ja eher handlungsarme, sprach-zentrierte Romane sind. Und Aussteigergeschichten sind normalerweise auch nicht meine Tasse Tee, weil mir das „Aussteigen“ oft zu romantisch ist. Und der Autor scheint Herrmann Hesse zu mögen, und gegen den bin ich doch allergisch, da kriege ich immer so kleine juckende Pusteln von. Aber hier fand ich die Leseprobe wirklich schön und interessant und bin jetzt gespannt darauf, den ganzen Roman zu lesen. Ich freu mich, dass ich die Bewerbung bekommen habe, weil der Autor ein guter Typ zu sein scheint, ich überhaupt nichts über den Bürgerkrieg in Guatemala weiß und hier also nur dazulernen kann und weil das Buch hoffentlich genau das ist, was ich mir auf der Frankfurter Buchmesse bei der Auftaktveranstaltung gewünscht habe: Eines, das etwas mit der Welt zu tun hat, und nicht nur um irgendwelche Wohlstands-Selbstfindungsfragen kreist. Und wenn das Buch halt dabei auch noch unterhaltsam und gut zu lesen ist, dann ist das doch schön. Und auf Aussteiger bin ich ja nur neidisch, weil ich zu feig für so etwas wäre. Und Hesse hat schon auch seine Berechtigung (ganz sicher bin ich mir da aber noch nicht!). Ich freu mich jedenfalls. mosaikdvz

Übrigens ist „Mosaik der verlorenen Zeit“ von Elyseo da Silva (habe ich schon darauf hingewiesen, dass der Name schön ist?) bereits per selfpublishing erschienen und käuflich erhältlich. Zudem ist der Roman auf der Shortlist für den lovelybooks-Leserpreis in der Kategorie „Historischer Roman“, wer für ihn abstimmen will, kann das gerne hier tun: https://www.lovelybooks.de/leserpreis/2016/abstimmungen/historische-romane/

Ich werde den Roman jetzt mal lesen. Das wird lange dauern. Weil es ja ein langer Roman ist. Und ich lese doch so ungern. Deswegen habe ich ja auch einen Buchblog. Deswegen, und weil ich so gerne „ich“ schreibe.