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Truman Capote – Wo die Welt anfängt

Capote WeltCapote ist ein hervorragender Beobachter und Geschichtenerzähler. Er hebt nie den Zeigefinger, drängt dem Leser keine Schlüsse auf, sondern traut ihm zu und lässt es zu, dass er selbst etwas aus seinen Erzählungen macht. Das schätze ich sehr. Dass dies bereits in seinen frühen Werken der Fall ist, zeigt sich an „Wo die Welt anfängt“, eine Sammlung von Kurzgeschichten und Erzählungen, die Capote im High School-Alter verfasst hat. Freilich sind diese nicht von gleicher Stärke: Gerade die, in denen Capote versucht, andere Erzähltechniken zu verwenden, sind schwächer, so zum Beispiel „Verkehr nach Westen“. Das ist aber nicht so schlimm, denn einzelne Erzählungen, insbesondere die erste, „Miss Belle Rankin“, sind derartig gut, dass schon ihre Existenz die Existenz der schwächeren Erzählungen rechtfertigt. Capote erzählt mit einer nie pathetisch oder effekthascherisch wirkenden Melancholie, drängt sich dem Leser nie auf und berührt gerade dadurch.

Wenn ich das noch nicht gelesen hätte, würde ich es jetzt tun.

Mehr kann man da nicht sagen, wenn man nicht auf der Biographie des Autors rumreiten oder jede Erzählung einzeln besprechen möchte, tut mir leid. Aber wenn die Besprechung kurz ist, bleibt mehr Zeit für das Buch.

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